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Selig

Selig

~Offizielles SELIG Facebook~Die Geschichte....2009 beginnt mit einer musikalischenSensation: Selig haben wieder zueinander gefunden!Damit meldet sich eine der wichtigsten deutschsprachigen Rockbands der neunziger Jahre zurück. Natürlich in der Originalbesetzung, denn SELIG haben ja noch nie halbe Sachen gemacht. Und schau: Mit " Und Endlich Unendlich" ist ihnen ein glückseliges, kompromissloses Album voll großer, unerschrockener und leuchtender Momente gelungen.Die Hamburger Band, die uns die Grunge-Ära mit Klassikern wie "Sie hat geschrien", "Ohne dich" und "Ist es wichtig" versüßte, traf sich letztes Jahr in einem Berliner Studio, um nach einigen Vorgesprächen einfach mal auszuprobieren wie es so wäre, die Band neu zu starten. Und sofort gerieten unsere Helden in einen magischen Rausch, den sie nach all den Jahren - in denen sie ihre eigenen erfolgreichen Wege als Produzenten, Komponisten, Schauspieler, sowie Musiker in anderen Bandprojekten, gingen nicht mehr für möglich gehalten hätten.Ja, es knistert noch in ihren Venen! Mehr noch: Seligs neue Lieder sind kraftvoller denn je. Denn die virtuosen Musiker nehmen die Erfindungen, die sie beim Jammen machen, gerne auch mal sofort in den Endsound mit auf. Deshalb klingt diese so einfühlsame wie erhabene Rockmusik (die ihre Wurzeln im 1970er-Jahre-Blues-und Prog-Rock hat) so unglaublich energetisch. "Es liegt eine starke Wahrheit in dem Moment, in dem man die Erfindung macht" erklärt die Band; klar also, dass man die Basics des Albums auch live einspielte.Ganz im Sinne von Seligs Band-Mantra: "Lass uns jetzt und hier leben". Und das hat sich, laut Sänger und Texter Jan Plewka, im Laufe der Jahre eher noch bestätigt. "Die Kraft des Augenblicks zu fühlen, ist das Schönste im Leben."Auf dem neuen Album finden wir sie als hellsichtige Wanderer der Nacht; auf einer Erkundungsreise durch den Tag. Die Single-Auskopplung "Schau Schau" zum Beispiel lässt einen so positiv in den Tag starten, dass man Berge versetzen könnte. Vom "windigsten und höchsten aller Berge" aus, hebt Jan Plewka darin seinen Kopf, um in den Tag zu schau`n: "Und ich schau, schau, schau in den Morgen, aus so vielen Welten zusammengewebt." Wow! Songs, die einen spüren lassen, dass sich die Wirklichkeit bewegt, wenn man sie anstößt. Und die gleich mal klarmachen, warum man die Hamburger Band - seit ihrer offiziellen Auflösung 1999 - so vermisst hat: die Freiräume, die sie mit ihrem "Hippie-Metal" (Selig über Selig) beschreiten, haben wir nötiger denn je! Denn Seligs Musik steht heute einer neoliberalen Welt aus Zwang und Angst entgegen.Die zwölf Kompositionen entwickeln einen meditativen Sog. Und verfügen über die fast schon buddhistische Fähigkeit, sich zu sammeln und dadurch neu und unschuldig zu werden. Eingetaucht in eine himmlische und weit gereiste Begriffswelt aus großen Worten: "Und ich sehe uns schwimmen, durch die Himmel, noch einmal." Zeilen einer Band, für die große Emotionen eine Herausforderung sind, und kein Grund sich zu verstecken. Erfahrungsreich und ursprünglich zugleich.Und by the way: Jan Plewka ist mit seinem Timbre aus Rio Reiser, Eddie Vedder und, of course, Jan Plewka kein gewöhnlicher Sänger. Er ist vielmehr ein beseelter Emotionendarsteller, der genau weiß, in welchen Farben er die Töne ausmalen muss, um Wirkung zu erzeugen. Und auch Christian Neanders Gitarrenspiel ist nicht von schlechten Eltern. Jimi Hendrix und John Frusciante in den Fingern, folgt er seinen eigenen Weisheiten. Dies unerschöpfliche Etwas, das aus seiner Gitarre hervorsprudelt, vermittelt einem das Gefühl, als könne man auf eine völlig natürliche Weise an einen Ort weit in der Ferne gelangen. Und erinnert an die Chilli Peppers in ihrer "Californication"- Phase. Womit sich der Kreis schließt: denn eigentlich ist "Und Endlich Unendlich" auch eine Sommerplatte. Die Band schwärmt von den hochsommerlichen Berliner Temperaturen während der Aufnahmen. "Es war wie Sommer in Kairo und Istanbul." Wen wundert es da, dass sie für das Fotoshooting in die Wüste Sahara gefahren sind. Die passende visuelle Umsetzung gehört bei Selig halt seit jeher dazu.So verfügen Selig über die Gabe uns weicher und empfänglicher zu machen für die Magie des Augenblicks. Für jene Reise ins Glück, die das Gelingen des Albums auch für die Band selber darstellte. Für Jan Plewka, Christian Neander, Leo Schmidthals (Bass), Malte Neumann (Keyboard) und Stephan "Stoppel" Eggert (Schlagzeug) fühlt es sich so an, "als würden wir zum zweiten Mal heiraten." Ein kleines Wunder!Neander: "Wie das mit Selig funktioniert, das ist einfach ein Geschenk, das man annehmen muss. Wir haben ja in der Zwischenzeit viel Musik gemacht, in den unterschiedlichsten Konstellationen." Und Eggert:" Es war eine ganz tolle Erfahrung, wie wir gemerkt haben, dass in dieser Band jeder wie geschaffen ist für sein Instrument." Plewka ergänzt: Und plötzlich war einfach so unser spezieller Sound wieder da. Und ich hab überhaupt erst kapiert, warum die Leute damals so ausgeflippt sind."Die Songs des nun vierten Selig-Studio-Albums oszillieren zwischen zarten, aber nicht zaghaften Balladen ("Ich fall in deine Arme"), traumwandlerisch-hypnotischen Erlösungsliedern ("Der schönste Weg", "Traumfenster"), verführerischen Abgeh-Abschlepp-Songs (" Du siehst gut aus") und stimmungsvollen Mid-Tempo-Hymnen ("Schau Schau", "Wiedersehen"). Aber auch das zornige Lied ("Die alte Zeit") über einen erlebnisarmen Yuppie, der versucht, sich die alte Zeit zurück zu trinken, darf nicht fehlen. "Letzteres auch als freundliche Warnung an die heutigen Teenager, bloß nicht zu schnell zu BWL- Spießern zu werden." Und wo Selig schon dabei sind, kraxeln sie auch noch auf Siebenmeilen-Stiefeln den Berg hoch - mit einem ellenlangen Blues-Rock-Brocken im Schlepptau: "Wir dürfen das, weil wir das können", sagt die Band über jenes Stück namens "Ich dachte schon". Außerdem könne es auch nicht schaden, wenn die Kids von heute mal wieder hören, wie ein Gitarrensolo überhaupt klingt.Selig sind also vom weinerlichen Gejammer und Zwangsoptimismus vieler Deutschrock-Bands ebenso weit entfernt wie von authentizitäts-verhöhnendem Diskurs Rock. Eben darum haben sie derlei Abgrenzungen gar nicht nötig, denn sie sind ohnehin, wie sie im Gespräch betonen:"eine Band ohne Ismen."Selig, die sich nach drei erfolgreichen Alben ("Selig",1994, "Hier", 1995 und "Blender", 1997) auflösten, weil sie nicht mehr bereit waren, dem sinnlichkeitsverschlingenden Hochgeschwindigkeitsdruck des Erfolges nachzugeben, haben sich und uns heute mehr denn je zu sagen. Und sei es nur " um zu verstehen, dass das Leben an sich, manche Wunde aufbricht." Oder Wunder verspricht!Kerstin Grether

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Selig - Wir Werden Uns Wiedersehen

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